Ratgeber
Brief an dich selbst schreiben: So geht's
Ein Brief an dich selbst sind ein paar ehrliche Zeilen, die nur für dich bestimmt sind: wie es dir gerade geht, was dich beschäftigt und was du gerade hören möchtest.
Du brauchst dafür kein schönes Papier und keine besonderen Worte. Ein Stift und ein ruhiger Moment reichen.
Warum ein Brief an dich selbst guttut
Wenn Gedanken im Kopf kreisen, wirken sie oft größer, als sie sind. Auf Papier bekommen sie einen Anfang und ein Ende. Beim Schreiben hörst du dir selbst zu und merkst vielleicht erst dabei, was dich gerade wirklich bewegt.
Und du darfst dir etwas sagen, das du sonst nur anderen sagst: dass es okay ist. Dass du genug tust. Dass du langsamer werden darfst.
So schreibst du deinen Brief
Nimm dir einen ruhigen Moment
Zehn Minuten reichen. Leg dein Handy weg und setz dich an einen Platz, an dem du dich wohlfühlst.
Sprich dich mit deinem Namen an
„Liebe …“ fühlt sich am Anfang vielleicht ungewohnt an. Es hilft dir aber, freundlich mit dir zu reden.
Schreib, wie du sprichst
Stell dir vor, du schreibst einer guten Freundin. Niemand liest mit, also müssen weder die Sätze noch die Rechtschreibung perfekt sein.
Hör mit etwas Liebevollem auf
Schreib zum Schluss einen Satz, den du gerade brauchst. Dann unterschreibst du und faltest den Brief zusammen.
Journalingfragen für deinen Brief
Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, nimm dir eine Frage und schreib einfach los. Die Themen stammen aus meinen letzten Herzpost-Briefen.
| Thema | Fragen an dich |
|---|---|
| Mut | Was würde ich tun, wenn ich mir mehr zutrauen würde? Wann war ich zuletzt mutig, auch wenn es niemand gesehen hat? |
| Leichtigkeit | Was darf heute einfacher sein? Was trage ich mit mir herum, das ich ablegen möchte? |
| Selbstzweifel | Was würde ich einer guten Freundin an meiner Stelle sagen? Was habe ich schon geschafft, obwohl ich gezweifelt habe? |
| Langsamer werden | Was muss heute gar nicht fertig werden? Wann habe ich mich zuletzt wirklich ausgeruht? |
| Gedankenkarussell | Was dreht sich gerade in meinem Kopf? Was davon kann ich im Moment gar nicht ändern? |
„Liebe …, heute schreibe ich dir, weil gerade so viel in meinem Kopf ist. Ich möchte dir sagen, dass du genug tust. Du darfst heute langsamer werden.“
So könnte dein Brief beginnenWas du danach mit dem Brief machen kannst
Leg ihn in eine Schublade oder in ein Buch, das du oft in die Hand nimmst. Du kannst ihn auch für dein zukünftiges Ich aufheben: Schreib ein Datum auf den Umschlag und öffne ihn erst in einem Jahr. Oder du wirfst ihn in den Briefkasten und bekommst dann echte Post von dir selbst.
Wenn dir gerade die eigenen Worte fehlen
Manchmal möchte man lieber einen Brief bekommen, als selbst einen zu schreiben. Dafür gibt es die Herzpost: Jeden Monat schreibe ich einen persönlichen Brief zu einem neuen Thema. Im Umschlag liegt auch ein Lesezeichen mit Journalingfragen, mit denen du selbst weiterschreiben kannst.
Wie das genau funktioniert, liest du unter Was ist ein Brief-Abo? Und wenn du jeden Tag einen kleinen Gedanken lesen möchtest, begleitet dich mein Buch 365 Tage.
Gut zu wissen
Was schreibe ich in einen Brief an mich selbst?
Schreib, wie es dir gerade geht, was dich beschäftigt und was du dir wünschst. Du kannst auch festhalten, worauf du stolz bist oder was du gerade gern hören würdest.
Wie lang sollte der Brief sein?
So lang, wie es sich für dich richtig anfühlt. Auch ein paar Sätze sind ein vollständiger Brief.
Wann sollte ich den Brief lesen?
Das entscheidest du selbst. Du kannst ihn gleich noch einmal lesen, an einem schweren Tag aus der Schublade holen oder erst in einem Jahr öffnen.
Muss ich den Brief von Hand schreiben?
Nein, aber mit der Hand schreibst du langsamer und hast am Ende etwas, das du aufheben kannst.
Echte Post, die nichts von dir will
Jeden Monat ein Brief in deinem Briefkasten, mit Journalingfragen zum Weiterschreiben.
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